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Kino – Free Movies aus dem Kino für zu Hause

Seit Ende des 19. Jahrhunderts begeistert er durch Generationen hinweg Jung und Alt: Der Besuch im Kino. Für so viele war das Kino Schauplatz des ersten Dates oder des ersten Gruselschockers, seit knapp fünf Jahren kommt es jedoch für Lichtspielhäuser zur dramatischen Wende: Die Zuschauer bleiben aus, Raubkopierer und Download-Plattformen im Internet verpassen der Filmindustrie einen harten Dämpfer, da sie sich Free Movies auf den heimischen PC laden. Die Alternative, sich einen aktuellen Film aus dem Internet herunterzuladen hat für viele Menschen entscheidende Vorteile gegenüber dem Besuch im Kino. Im Vordergrund steht unter anderem der Kostenfaktor, der bei dem illegalem Download aus entsprechenden Internettauschbörsen quasi bei null liegt. Auch Fahrtkosten und Altsbeschränkungen spielen im Kino eine Rolle, sind sie doch beim Downloaden und Ansehen der Filme schlicht nicht vorhanden. Gleichzeitig scheinen die Preise der großen Kinoketten – wenn auch nur geringfügig – anzusteigen, um Verluste bei der Quantität der Besucher aufzufangen.  Verstärkt wird die Entwicklung außerdem durch einen weiteren bedeutenden und sehr kennzeichnender Vorteil, den viele Menschen im Konsum von Internet-Downloads sehen und der zugleich stellvertretend für eine allgemeine Tendenz der heutigen Gesellschaft steht. Denn für viele ist es nicht einmal der finanzielle Aspekt, der vom Kino fernhält, als viel mehr die Tatsache, dass der Film bequem und ohne viele Anstrengungen von zu Hause aus angesehen werden kann. Hier kann man essen, wann, wo und was man möchte, der Schlabberlook ist gerade gut genug und generell ist doch das Anschauen eines Films im trauten Heim wesentlich gemütlicher als im Kino. Diese Einstellung teilen heute viele. Sie geht einher mit der Ansicht über Sport, der mittlerweile auch gern über Simulatoren an der Spielkonsole betrieben wird und mit der Tendenz, dass immer mehr Menschen ihre Lebenspartner im Internet, also von zu Hause aus, kennen lernen, anstatt sich in sozialen Knotenpunkten wie dem Kino zu treffen. “Bequem“ oder ”ausgehfaul” nennt das der Volksmund, Psychologen und Sozialforscher bezeichnen diesen Trend hingegen als schlicht alarmierend. Tatsächlich verbringen immer mehr Menschen den Großteil ihres Lebens in den eigenen vier Wänden, entfliehen der Konfrontation fremder Blicke und damit verbundenen Beurteilungen, dem Versagen bei einem flüchtigen Smalltalk in einer unangenehmen Situation. Schließlich können Antworten in einem Chat besser überlegt werden, der weitentfernte Gegenüber bemerkt kein Erröten, keine unkontrollierte Körpersprache, keine Sprachfehler, kein Stottern.  Das Kino ist also nur eine der vielen Institutionen, die unter der zurückgezogenen Jugend leidet, gefördert von Einrichtungen, die sie die Welt bequem von zu Hause erleben lässt.  Ganz verloren scheint das Lichtspielhaus dennoch nicht, denn eine “Tendenz” spricht stets von der Mehrheit, nicht aber von allen, und schließlich wissen viele um die Problematik und wirken dem entgegen. Neben den schärferen Strafen, die beim illegalen Download zuschlagen, lockt auch das Kino selbst mit Sonderaktionen und Vergünstigungen aller Art. Somit sind die Kosten für einen Besuch im Kino letztendlich nicht nur geringer als die, die bei durch illegalen Download entstehen könnten – sie retten auch eine ganze Ära vor dem Aus.

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