Ihre Daten bitte! Wieviel Personalisierung ist noch sinnvoll?

Jahrzehntelang haben sich Vermarkter auf generische Personas verlassen, um ihre Werbung zu individualisieren: Er ist ein Workaholic, der Fußball schaut und einen Minivan fährt; sie ist eine Mutter, die bei Edeka einkauft und am Wochenende joggen geht.

Dank der Datenexplosion, die durch mit dem Internet verbundene Geräte generiert wird, und der Fähigkeit, diesen Tsunami an Informationen mithilfe von KI schnell zu analysieren, stehen Marketer nun an der Schwelle zur Erstellung von Angeboten, die speziell auf einzelne Verbraucher zugeschnitten sind – und das in großem Umfang.

Durch die Analyse von Daten aus intelligenten Geräten, Fitness-Trackern und Lebensmitteleinkäufen könnte ein Vermarkter zum Beispiel herausfinden, dass Sie versuchen, Gluten zu vermeiden. Daraufhin könnte er ein weizenfreies Nudelrezept oder ein fettverbrennendes Trainingsprogramm empfehlen.

Die Herausforderung besteht darin, dies auf eine Weise zu tun, die hilfreich, aber nicht unheimlich ist.

Marketer müssen explizit darauf eingehen, wie sie Verbraucher um Erlaubnis bitten und Daten erfassen, aber implizit darauf, wie sie diese Erfahrungen tatsächlich liefern.

WAS KÖNNTE SCHIEF GEHEN?

Jede große Datensammlung ist anfällig für Verletzungen und dient als reiches Ziel für böswillige Akteure. Je persönlicher die Informationen sind, desto wertvoller sind sie. Unternehmen können diese Daten auch wahllos weitergeben – wie es Facebook getan hat, als es Cambridge Analytica den Zugriff auf persönliche Daten von 87 Millionen seiner Mitglieder ermöglichte.

Dieselben Informationen, die für die Personalisierung von Apps und Websites verwendet werden, können auch für die gezielte Ansprache mit politischer Werbung genutzt werden, und in extremeren Fällen können sie für Belästigungen oder Diskriminierung verwendet werden.

Kunden wünschen sich allerdings nicht nur personalisierte Angebote, sondern auch immer mehr personalisierte Produkte. Tassen oder einer personalisierte Brotdose wie zum Beispiel eine Mepal Lunchbox mit Namen. . Auf diese Art und Weise gelangen Firmen schon frühzeitig an Namen der Kinder und andere Familien Mitglieder und können so Ihre Personenprofile mit wertvollen Informationen anreichern.

WAS KANNST DU TUN, UM DICH BESSER ZU SCHÜTZEN?

Wenn Du lieber keine personalisierten Angebote von Marken erhalten möchtest – oder zumindest mehr Kontrolle über die Daten haben möchtest, mit denen sie generiert werden – sind Deine Möglichkeiten ziemlich begrenzt.

Mit dem anonymen Modus der gängigen Browser oder der Browsererweiterung Ghostery kannst du Tracking-Technologien auf jeder Website verwalten und blockieren. Android-Nutzer können die eindeutige Werbe-ID-Nummer auf ihrem Telefon zurücksetzen, was im Wesentlichen Ihren vorherigen Tracking-Verlauf löscht und von vorne beginnt. Bei Google und Facebook können Sie die Anzeige von personalisierten Anzeigen deaktivieren, obwohl sie Sie weiterhin verfolgen.

Es bleiben also nur wenige Möglichkeiten sich dem Datenhunger der Unternehmen zu entziehen.