rounders mit matt damon und edward norton

Matt Damon als Poker As im Film Rounders

Poker in den Hinterhöfen von New York. Was nicht unbedingt wie eine großartige Prämisse klingt, machen der Regisseur John Dahl und ein exzellenter Cast zu einem der sehenswertesten Pokerfilme überhaupt. Dabei entstand Rounders in einer Zeit, in der Texas Holdem weit entfernt von seiner heutigen Popularität war.

Die Zeit vor dem großen Pokerboom

Rounders wurde im Jahr 1998 veröffentlicht und damit knapp 5 Jahre, bevor es zu dem von Chris Moneymaker ausgelösten Pokerboom kam.

Diese Tatsache sieht man dem Film auch an und sie gibt ihm aus heutiger Sicht einen gewissen Charm. So verbringt die Hauptfigur, dargestellt von Matt Damon, sehr viel Zeit damit, dem Zuschauer nicht nur die psychologischen Hintergründe des Pokerns nahezubringen, sondern auch die notwendigen Grundlagen des Spiels.

Dies zieht den Film ein wenig in die Länge, da die Geschichte am Ende eigentlich nicht genug Substanz für 120 Minuten bietet, ist aber irgendwie doch interessant anzusehen. In aktuellen Filmen wird nahezu immer auf Erklärungen verzichtet, da man davon ausgehen kann, dass das Publikum mit den Regeln vertraut ist. In Rounders bekommt man dagegen einen Blick auf die Pokerwelt, bevor sie ein Massenpublikum hatte.

Exzellenter Cast in einer soliden Geschichte

Inhaltlich dreht sich Rounders um Mike McDermott, einen talentierten Pokerspieler in New York. Dieser hat nach einer Niederlage, in der er sein gesamtes Geld verlor, das Pokern aufgegeben. Als sein Freund Lester aus dem Gefängnis entlassen wird, wird Mike jedoch in Umstände hinein gezogen, die ihn zu einer Rückkehr zwingen.

Die Tatsache, dass Rounders als Pokerfilm in New York und nicht in Las Vegas spielt, ist erst einmal ein wenig gewöhnungsbedürftig. So gibt es keine großen Casinos und die Welt der Stars, sondern Spiele in alten Kellern, Polizeistationen oder einem Club reicher Millionärssöhne.

textas holdem spielder matt damon in rounders

Trotzdem ist Rounders im Grunde ein Sportfilm, der den typischen Genrekonventionen folgt. Daher ist die Story am Ende betrachtet auch relativ dünn und der Film lebt vor allem aufgrund seiner Darsteller. Mit Matt Damon und Edward Norton in den Hauptrollen sowie John Malkovich als fieser Gangster KGB, konnte Regisseur John Dahl eine wirklich illustre Runde versammeln, die den Film in jeder Sekunde trägt.

Etwas nervig geraten ist allein Mikes Freundin Jo, dargestellt von Gretchen Mol. Allerdings kann dies auch an der Synchronstimme liegen, die nicht sonderlich gut gewählt scheint.

Ein Film für alle Pokerfreunde

Rounders ist ein Film, der definitiv vor seiner Zeit entstand. So kam der Film in Deutschland nie in die Kinos, sondern wurde erst 8 Jahre nach seinem Erscheinen auf DVD veröffentlicht. Für Pokerfreunde gehört er eigentlich zum Pflichtprogramm und ist gerade in seiner Darstellung des Spiels realistischer gehalten, als vieles was heute im Kino oder Fernsehen kommt.

Denn bei Texas Holdem ist, wie alle Online-Pokerspieler wissen, nicht jede Hand ein Full House oder ein Straight Flush. Rounders wählt eine realistischere Herangehensweise, im Vergleich zum Beispiel zu Casino Royale, und versucht Poker eher als das darzustellen, was es wirklich ist. Dabei nehmen sich die Macher durchaus ein paar Freiheiten und manche Sätze werden echte Profis zum schmunzeln bringen.

Am Ende bleibt Rounders aber ein unterhaltsamer Pokerfilm.